Englischer Elektroquatsch
In einigen britischen Großstädten gibt es jetzt spezielle Parkplätze für Elektroautos, an denen man sogar sein Fahrzeug kostenlos "tanken" kann. Die Briten wollen damit eine Vorreiterrolle in Sachen Förderung von Elektroautos sein, denn Elektroautos sind ja so umweltfreundlich.
Meint man. Wenn man mit der Haltung "der Strom kommt aus der Steckdose" da ran geht, stimmt das auch. Das Strom auch irgendwie erzeugt werden muss, verdrängt man dabei gerne.
Natürlich können Elektroautos umweltfreundlich sein - vorausgesetzt sie werden mit Strom aus Kernkraftwerken oder Alternativen Energiequellen angetrieben. Wenn man z.B. in Frankreich (80% Atomkraft) oder Litauen (82% Atomkraft) wohnt und dort ein Elektroauto fährt ist das schon umweltfreundlich - wohnt man hingegen in Großbritannien, wo lediglich 28% der Energie durch Atomkraft, 2,5% durch regenerative Energiequellen und die übrigen 69,5% aus der Verbrennung von Gas, Kohle und Öl gewonnen wird, ist der Umwelt überhaupt kein Gefallen getan. Mir stellt sich da die Frage, ob man mit Ottokraftstoff nicht umweltfreundlicher gefahren wäre als mit Strom aus z.B. Braunkohle…
Das ist schon wahr. Andererseits ist es natürlich erfreulich, wenn schon ein weites Netz von Elektroautos und -tankstellen interessiert, wenn irgendwann einmal die Fusionskraft serienreif werden sollte. Und: Strom können die Briten auch mit Kohle erzeugen. Sprit geht nur aus Erdöl, und den müssen sie halt überwiegend importieren.
Aber Du hast schon recht: Da war dann noch die Sache mit der Augenwischerei… :)
Comment by Karsten — 27. Mar 2007 @ 21:42 +0100
Ja klar, sinnvoll ist es natürlich, schon mal vorzusorgen sozusagen - wenn allerdings gleichzeitig keinerlei Pläne zum Ausbau des Atomstroms sondern lediglich ein paar lächerliche Pläne für Windräder (zu deren Energiebilanz ich nix mehr sage…) vorliegen, ist das doch wirklich Augenwischerei…
Comment by Administrator — 27. Mar 2007 @ 21:47 +0100
Bis auf den Punkt mit Kohle (zuhause) vs. Erdöl (vom Iran und Russland). *ahem*
Comment by Karsten — 27. Mar 2007 @ 22:14 +0100
naja kohle ist wohl noch der schlechteste energieträger von allen und öl aufgrund der opec politik sehr teuer… in großbritannien ist der anteil des teuren öls auch nicht so besonders groß, hauptsächlich wird kohle und erdgas verfeuert, da man beides “zuhause” fördern kann, die kohle im eigenen land und das erdgas offshore auf bohrplattformen…
Comment by Administrator — 28. Mar 2007 @ 11:14 +0100
Ja, eben: Beim Auto, das mit Strom betrieben wird, dient hauptsächlich Kohle als Energieträger, einzelne Automotoren müssen hingegen Öl verfeuern.
Comment by Karsten — 28. Mar 2007 @ 18:45 +0100
Naja das sinnvollste wären in einem Land wie Großbritannien wohl Erdgas-Autos…
Comment by Maik — 28. Mar 2007 @ 20:20 +0100