“Verschwendete Ressourcen”
Der 25-jährige Sebastian L. aus Hamm in Westfalen wunderte sich sehr als er sich bei der Bundesagentur für Arbeit arbeitssuchend meldete. Vom zuständigen Sachbearbeiter bekam er einen Platz bei einem örtlichen Bildungswerk zugewiesen um dort eine berufsvorbereitende Maßnahme zu besuchen.
Eine Maßnahme bei einem Bildungswerk - das ist soweit nichts außergewöhnliches für einen jungen Menschen, der arbeitslos ist.
Jedoch hat Sebastian L. wahrscheinlich mehr Qualifikationen als die meisten Leute in seinem Alter, mit denen die Beamten bei der Agentur für Arbeit täglich zu tun haben - er hat vor kurzem sein Studium im Bereich Sport- und Eventmanagement als Bachelor abgeschlossen. Außerdem hat er vor seinem Studium eine kaufmännische Ausbildung gemacht.
Man sollte meinen, die Bundesagentur für Arbeit würde in ihm einen Traumkandidaten sehen: IHK-Ausbildung, Studium, jung, flexibel - wenn man jemanden vermitteln kann, dann wohl einen solchen Bewerber.
"Ich finde es absolut sinnlos, das sind einfach nur verschwendete Ressourcen." sagt L. zu der Angelegenheit.
Bei dem Bildungswerk, bei dem ihm der Platz zugewiesen wurde, hat er inzwischen geregelt, die Teilnahme dahingehend abzuwandeln, dass er jetzt für 5 Wochen ein Praktikum in der Firma macht, bei der ich arbeite.
Was er mit seinen Kenntnissen dabei lernen soll ist mir ein wenig schleierhaft…
Ich frage mich außerdem ob der Sachbearbeiter der Agentur für Arbeit da vielleicht weniger auf die Qualifikationen und mehr auf das Geburtsdatum geschaut hat? Junge Leute steckt man ja gerne einfach in berufsbildende Maßnahmen ohne groß weiter drüber nachzudenken…
Maik