frei schnauze

22.09.2007

Blackwater

Blackwater


Wie der Focus berichtet, sind die USA nicht in der Lage, mit regulären Streitkräften den Irak zu sichern.
Aus diesem Grund hat das State Department knapp 30.000 Söldner der amerikanischen Firma Blackwater im Irak in Diensten, zur Sicherung von Objekten und Diplomaten.
Die Söldner rekrutieren sich grösstenteils aus ehemaligen Elitesoldaten, Navy Seals oder Delta Force.
In den letzten Tagen fällt Blackwater dadurch auf, dass deren Söldner mal eben so 11 Zivilisten erschiessen oder nicht genehmigte Waffen in den Irak schmuggeln.
Mal eine Frage: Was hat das mit freiheitlich demokratischen Werten zu tun? Droht ein neues (Black)Watergate? Und wäre es für Europa (inkl. Deutschland) nicht mal an der Zeit, über die Beteiligung an sogenannten Friedenseinsätzen im Rahmen der Nato neu nachzudenken?

07.09.2007

Auswandern

Ich lebe jetzt seit zwei Jahren in Spanien. An der sonnigen Costa Blanca.

Die Gründe waren sehr vielschichtig, die Summe machte es. Mein Schwiegerpa wohnt hier in der Nähe, zwei Kurzurlaube bei ihm überzeugten mich von der höheren Lebensqualität. Beruflich war es auch egel, ob ich von Dortmund oder Düsseldorf nach Paris oder Genf zum Messebau fliege oder ob ich von Alicante oder Valencia fliege.

In der Zwischenzeit arbeite ich hier in meinem gelernten Beruf als Elektriker. Ich verdiene zwar erheblich weniger als in D, aber immer noch genug, um mir ein schönes Haus mieten zu können. Alle Nebenkosten, Strom, Tabak, Lebensmittel, bekomme ich teils erheblich günstiger als in D.

Des weiteren war die politische Situation in D ein Grund für meine Abwanderung. Ich betrachte mich als Radikal-Liberaler, und musste zusehen, wie immer mehr neue einschränkende Gesetze in D auf den Weg gebracht wurden…

Zunehmende Fremdenfeindlichkeit, immer schlechtere Zahlungsmoral deutscher Firmen und Kunden, ein ewig grauer Himmel, der zu Depressionen führen konnte… ein Finanzamt, das möglichst erst mal alles Einkommen abkassiert hat, bevor es überhaupt auf meinem Konto war…

Nein Danke.  Ich lebe jetzt in einem Land, wo zwar vieles nicht so wie gewohnt funktioniert, manches geht erst Manana, also morgen oder nach dem dritten Vorsprechen, aber persönlich empfinde ich es als viel liberaler. Fast jede Bar und fast jedes Restaurant erlaubt das Rauchen, ich bin nicht "Meldeverpflichtet" wenn ich umziehe, niemand in der Umgebung, sprich die einheimischen Spanier, hat ein Problem damit dass ich (noch) Deutscher bin, solange ich höflich auf spanisch erklären kann, dass ich (noch) schlecht spanisch spreche… oft genug wird mir aber auf eine radegebrochene spanische Frage von mir in deutsch geantwortet.

Zum Thema zurück: noch mehr als damals in D empfinde ich aus der Ferne, noch deutlicher, dass D wieder auf einem Kurs ist wie anno ´33.

Soldaten in aller Welt, immer mehr Staatliche Überwachung, Ausländerfeindlichkeit, ein Parteienapparat, der beliebig austauschbar ist bis hin zur grossen Koalition…

Und ich sehe, dass immer mehr Menschen D verlassen, bevor es das vierte Reich gibt.

Wer handwerklich was drauf hat, der findet auch hier einen Job und wer ernsthaft will, dem könnte man hier etwas helfen und ein paar Adressen vermitteln…