frei schnauze

21. Mar 2009

Arbeitsschutz und Arbeitszeiten bei der Deutschen Bahn?

Als ich am heutigen Abend mit dem Regionalexpress 7 von einem Seminar in Köln nach Hause fuhr verspürte ich irgendwann das Gefühl, meine Blase entleeren zu müssen. Als ich also versuchte, die Zug-Toilette aufzusuchen musste ich feststellen, dass diese verstopft war und furchtbar stank. Ich setzte meine Suche also im nächsten Waggon fort - dort hing ein Schild an der Toilettentür das mir mitteilte "Diese Tür ist derzeit leider defekt". So setzte ich meinen Weg durch den Zug fort. Am hinteren Ende des nächsten Wagens fand ich dann schließlich endlich eine funktionierende Toilette. Als ich mein Geschäft verrichtet hatte und mich auf den Rückweg in Richtung meines Platzes begab kam mir ein junger Zugbegleiter, etwa in meinem Alter, entgegen.

Er kontrollierte gerade die Fahrkarten der umsitzenden Passagiere. Ich sprach ihn an und wies ihn darauf hin, dass im letzten Wagen die Toilette verstopft und nicht abgesperrt sei und bat ihn, sich im Rahmen seiner Pflichten als Zugbegleiter um das Problem zu kümmern (Zugbegleiter sind schließlich nicht nur Fahrkartenkontrolleure - siehe hier).

Außerdem fragte ich ihn, ob er es denn in Ordnung fände, dass ich 3 Waggons weit laufen musste um eine funktionierende Toilette zu finden - die antwort darauf schockierte mich allerdings etwas, ich traute meinen Ohren kaum was ich da hörte.
Ganz empört schaute mich der Zugbegleiter an und fragte mich "Ja und? Regen Sie sich darüber etwa auf? Ich arbeite hier, ich kann während der ganzen Schicht nicht zwischendurch auf die Toilette gehen. Teilweise sind das 10-12 Stunden."

Abgesehen davon dass ich es unerhört finde (was ich ihm auch direkt mitgeteilt habe) sich als Mitarbeiter eines Unternehmes, der für seine Arbeit bezahlt wird, mit einem zahlenden Kunden zu vergleichen, frage ich mich, ob bei der Deutschen Bahn noch alles mit rechten Dingen zugeht. Nach der "Spitzelaffäre" und mehr und mehr Vorfällen bei denen (gesetzeswidrig) minderjährige auf Grund von nicht vorhandenen Fahrscheinen an abgelegenen Bahnhöfen des Zuges verwiesen wurden stelt sich mir die so langsam die Frage:
Nimmt man es vielleicht generell mit geltendem Recht nicht so genau? Dass ein Arbeitnehmer 12 Stunden lang keine Pause hat und vor allem keine Toilette aufsuchen kann kann nicht im Sinne des Arbeitszeitgesetzes (ArbZG) sein. Dort heißt es in §4:

"Die Arbeit ist durch im voraus feststehende Ruhepausen von mindestens 30 Minuten bei einer Arbeitszeit von mehr als sechs bis zu neun Stunden und 45 Minuten bei einer Arbeitszeit von mehr als neun Stunden insgesamt zu unterbrechen. [...] Länger als sechs Stunden hintereinander dürfen Arbeitnehmer nicht ohne Ruhepause beschäftigt werden."

Außerdem dürfte, obwohl es nicht klar aus dem Gesetz ersichtlich ist, dieser Fall im Sinne von §4 des Arbeitsschutzgesetzes (ArbSchG) strittig sein. Dort heißt es u.A. "Die Arbeit ist so zu gestalten, daß eine Gefährdung für Leben und Gesundheit möglichst vermieden und die verbleibende Gefährdung möglichst gering gehalten wird" (Satz 1) und "bei den Maßnahmen sind der Stand von Technik, Arbeitsmedizin und Hygiene sowie sonstige gesicherte arbeitswissenschaftliche Erkenntnisse zu berücksichtigen" (Satz 4).

10. Dec 2008

Konsumgutscheine werden kritisch betrachtet

Vor rund einer Woche sorgte eine Idee der Bundesregierung für Schlagzeilen und wurde in den Folgetagen vielerorts zum Gesprächsthema Nummer 1: Die Ausgabe von "Konsumgutscheinen" um die Konjunktur anzukurbeln.

Laut einer aktuellen Meldung von Reuters sehen 75% der Deutschen diese Idee kritisch an.
Besonders bei älteren Mitbürgern stößt die Idee auf wenig Zustimmung - ich vermute, die älteren Menschen fühlen sich dabei oft an die Essensmarken erinnert, die nach dem Zweiten Weltkrieg ausgegeben wurden.

Ich kann mit der Meinung der meisten Deutschen nur anschließen. Auch ich sehe keinen Sinn in dieser einmaligen Aktion, vor allem da die 500 Euro Gutscheine ja nur zusammen mit einer Zuzahlung von 200 Euro aus der eigenen Tasche einlösbar sind. Da für viele Leute auch 200 Euro viel Geld sind die man nicht "mal eben so" ausgeben kann und die Gutscheine nur 8 Wochen lang gültig sein sollen, wären sie also für viele Menschen sowieso nutzlos…
Dass die Zustimmung für die Idee in der Altersgruppe der 18-29jährigen am größten ist, finde ich auch relativ logisch. Zum einen ist die Arbeitslosigkeit unter jungen Menschen sehr hoch (und Arbeitslose müssten ja keine 200 Euro zuzahlen sondern würden einfach den 500 Euro Gutschein bekommen) und zum anderen sind viele Vertreter der Altersgruppe heutzutage einfach nicht reif genug, wirklich mit ihren Finanzen umgehen zu können und freuen sich vermutlich einfach über ein bisschen zusätzliches Geld, dass der Staat ihnen "schenkt"…

Meiner Ansicht nach sind die Konsumgutscheine einfach eine relativ sinnlose Idee, da solch eine einmalige Aktion sicherlich nicht langfristig die Konjunktur verbessern kann. Es ist lediglich eine einmalige kosmetische Maßnahme um die Statistiken so hinzubiegen, wie man sie braucht…
Das einzige, was nachhaltig der Konjunktur helfen würde wäre eine Verbesserung der Kaufkraft der Bevölkerung.
Eine solche ist aber nicht abzusehen. Im Gegenteil - die Bundesregierung, aber auch Länder und Kommunen, suchen ja nach jeder Möglichkeit, dem Bürger so viel Geld aus der Tasche zu ziehen wie möglich.

Solange sich an dieser Mentalität der Regierenden in Deutschland nichts ändert, wird sich auch kein Konjunkturaufschwung einstellen.

Maik


21. May 2008

Pendlerboote in New York: Der einzig wahre Weg zur Wall Street

Pendlerboote in New York: Der einzig wahre Weg zur Wall Street

In den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts symbolisierten die Pendlerboote New Yorker Wirtschaftskapitäne die Konzentration des Geldes in den Händen weniger. In den Gewässern der Metropole kam es zu einem kuriosen Kapitel nautischer Kultur.

06. Apr 2007

Peinlich (2)

Filed under: kommentar, wirtschaft, Maik

Die nächste technische Peinlichkeit, über die ich hier berichten möchte, leistet sich derzeit der weltgrößte Spielehersteller Electronic Arts (EA).

Am 29.03.2007 ist der aktuelle Teil der Command&Conquer-Sage, C&C3: Tiberium Wars erschienen.
Es ist als Multiplayerspiel designed und wird auch hauptsächlich als solches beworben.

Da ist es für den weltgrößten Spielehersteller eigentlich ein Armutszeugnis, dass der Onlinemodus überhaupt erst ab der Version 1.03 vernünftig benutzbar war (vorher stürzte das Spiel nach 30 Sekunden online-Modus ab) und momentan eigentlich nur in der Woche tagsüber funktioniert. Am Wochenende oder an Feiertagen wie heute kriegt man mit Glück eine Partie zustande bevor der EA-Server überlastet ist, was das hosten eines Spiels unmöglich macht…

05. Apr 2007

Abzocke?

Wie jedes Jahr zur Urlaubszeit steigt auch dieses jahr zu Ostern der Spritpreis.
Auch die Kabel1-Nachrichten berichteten gerade darüber. Dazu wurde ein Autofahrer interview, der sagte

"Aus Sicht der Autofahrer ist das natürlich Abzocke dass der Preis immer zur Urlaubszeit raufgeht".

Von Marktwirtschaft und dem Grundprinzip von Angebot und Nachfrage scheint der Mann genauso wie die meisten Deutschen anscheinend noch nie etwas gehört zu haben. Hier muss alles preislich stabil, am besten staatlich festgelegt sein sonst reden die Leute gleich von "Abzocke"… 

Natürlich steigt logischerweise der Spritpreis immer zur Urlaubszeit, weil die Nachfrage schlagartig explodiert, das Angebot aber gleich bleibt.


04. Apr 2007

Nachruf :)

Da mein kleiner Blog mit Lokalnachrichten seinen Relaunch immer noch nicht erfahren hat, poste ich diesen Beitrag hier.

Die Hammer Imbiss-Gastronomie, die sowieso eine schlechte zeit durchlebt, in der mehr und mehr Pommesbuden geschlossen und durch Dönerbuden ersetzt werden, hat wieder einmal ein harter Schlag getroffen.

Gestern ist meine Stamm-Pommesbude, der 1-Euro-Grill vor dem Kaufland-Supermarkt in Hamm-Süden abgebrannt.
Als ich auf den Parkplatz einbog, um einige Einkäufe zu erledigen, traute ich meinen Augen kaum. Wo sonst ‘meine’ Pommesbude gestanden hatte standen einige Männer mit einem Tankwagen und säuberten die Pflastersteine von Ruß. Lediglich einige verkohlte Panele lagen herum, das war das einzige was von der Bude übrig war.

Ich frage mich nur wie lange es dauern wird, biss an gleicher Stelle dann ein Döner-Wagen steht…

In diesem Sinne: R.I.P. Imbiss der Silberlinge, ich hoffe nicht dass die Pommesbuden ganz aussterben werden. 

29. Mar 2007

Glaube keiner Statistik,…

… die du nicht selbst gefälscht hast.

"Nürnberg - Insgesamt 114.000 Menschen weniger waren im März arbeitslos als im Vormonat. Damit waren insgesamt 4,108 Millionen Menschen ohne Job, wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) heute in Nürnberg mitteilte. Im Vergleich zum vergangenen Jahr sind das sogar 869.000 weniger." gefunden bei SPON

869.000 Arbeitslose wenigerals im Vorjahr - ich frage mich ob es nun wirklich "aufwärts geht", oder die Statistikfälscher nur immer besser werden…  ;)























Get free blog up and running in minutes with Blogsome
Theme designed by Riosoft